Tauchplätze im Attersee

Die beste Tauchzeit im Attersee ist meiner Erfahrung nach März und April. Zu dieser Jahreszeit ist ein Trockentauchanzug sehr empfehlenswert, das das Wasser an der Oberfläche typischerweise nur 7- 9 °C hat. Bei wärmeren Temperaturen ist die Sicht meist schlechter, aber nur selten so schlecht, dass sich ein Tauchgang nicht lohnt.

Rund um den See gibt es zahlreiche beschilderte Tauchplätze mit Skizzen, auf denen die unter Wasser anzutreffenden Attraktionen sowie Peilungen und Tauchtiefen eingezeichnet sind. Nachstehend stelle ich eine Auswahl meiner persönlichen Lieblingstauchplätze im Attersee vor.

BMW Dixi

Dieser Tauchplatz liegt im Süden des Sees nahe Unterach, etwa bei Kilometer 23,4. Im seichten Bereich rechts vom Einstieg liegt in rund 5 m Tiefe ein Autowrack, das dem Tauchplatz seinen Namen gab. Das eigentlich Schöne an diesem Tauchgang ist jedoch nicht das Wrack, sondern die weiter links liegende Unterwasserlandschaft, die sich entlang des abfallenden Seeufers bis in Tiefen von mehr als 30 m erstreckt. Baumstümpfe, Äste und umgestürzte Bäume sorgen hier für eine mystische Stimmung und bieten hervorragende Motive für stimmungsvolle Unterwasseraufnahmen.

Achtung: Nicht mit dem Tauchplatz Dixi verwechseln, der nach dem dort liegenden Segelboot Dixi benannt ist und am östlichen Seeufer zwischen Steinbach und Weyregg liegt.

Hinkelsteine

Dieser Tauchplatz liegt zwischen Weißenbach und Steinbach. Hier findet man drei große Felsblöcke – die namensgebenden „Hinkelsteine“. Der größte der drei Felsen reicht bis in eine Tiefe von mehr als 30 m und sollte daher nicht von Anfängern betaucht werden.

Nußdorf Hausboot

Mein Lieblingstauchplatz am Attersee und zugleich der hier vorgestellten Tauchplätze, der sich am ehesten auch für Anfänger eignet, liegt direkt neben dem Steg der ÖWR (Österreichische Wasserrettung). Der Einstieg erfolgt bequem über eine Metalltreppe ins seichte Wasser. Dort kann man sich noch im Wasser stehend die Flossen anziehen und anschließend entlang des flach abfallenden Ufers abtauchen.

Das Hausboot liegt in etwa 10 m Tiefe und ist rundherum offen. An Bug und Heck sind die Öffnungen groß genug, um auch mit größerer Fotoausrüstung in das Wrack hineinzutauchen. Vom Wrack in Richtung Seemitte erreicht man bereits nach wenigen Metern Pfahlbauten, die im Gegenlicht für besonders stimmungsvolle Motive sorgen.

Beim Austauchen sollte man unbedingt entlang des Steges der ÖWR tauchen. Hier findet man riesige Schwärme von Jungfischen, die sich teilweise unter dem großen Steg verstecken. Auch die Infrastruktur an Land ist sehr gut: Es gibt eine schöne Liegewiese und Toilettenanlagen.

Kohlbauernaufsatz

Hier steigt man direkt am öffentlich zugänglichen Badeplatz ins Wasser. Die Uferböschung geht, wenn man leicht schräg in Richtung Seemitte – also in Richtung Unterach mit dem Ufer zur rechten Schulter – taucht, in eine Steilwand über, die bis auf etwa 30 m abfällt. Am Grund liegt eine Zille mit einer hölzernen Toilette und einem Telefon.

Beim Nachttauchen habe ich im seichteren Bereich oberhalb von 20 m regelmäßig Aale angetroffen. Auch an diesem Tauchplatz ist die Infrastruktur sehr gut: Es gibt Toilettenanlagen und eine Liegewiese.

Unterwasserwald

Der Einstieg ist hier etwas mühsamer als an den anderen beschriebenen Tauchplätzen, da man zunächst einige Höhenmeter überwinden muss. Mit Trockentauchanzug, viel Blei und schwerer Kameraausrüstung ist das durchaus anstrengend, aber problemlos machbar. Seit einiger Zeit gibt es außerdem eine Metallstiege, die den früher schwierigsten Abschnitt über das steinige Ufer deutlich erleichtert. Im 

Einstiegsbereich ist es bis einige Meter vom Ufer entfernt sehr seicht. Der Seegrund ist hier steinig, sodass man kaum Schlamm aufwirbeln kann.

Nach dem Einstieg hält man sich nach links und taucht nicht zu früh in größere Tiefe ab, da man sonst bereits vor Erreichen der Baumstämme unnötig viel Luft verbraucht. Der schönste Bereich dieses Tauchplatzes liegt zwischen etwa 15 und etwas über 30 m Tiefe. Noch tiefer zu gehen, lohnt sich meiner Meinung nach nicht.

Durch die vielen, teilweise sehr großen Bäume, die teilweise übereinander liegen oder sogar senkrecht im Wasser stehen, ist hier eine faszinierende Unterwasserlandschaft entstanden. Ursache dafür war übrigens ein Hangrutsch bzw. Erdrutsch in den 1950er-Jahren.

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